Wir machen noch einen Stop in der Nähe von Burdaard, um in einer alten, noch in Betrieb befindlichen Wind-Mühle, Roggenmehl zu kaufen; im Handel haben wir keines gefunden. Der „Müller“ ist sehr aufgeschlossen und hat immer einen kleinen Scherz parat.


Ein angebautes Sägewerk wird ebenfalls mit der Windmühle betrieben.
In Lauwersoog, (Koordinaten-Info im letzten Blogbeitrag) haben wir uns den Platz beim Fischereihafen ausgesucht. Wir stehen „fußfrei“ in der ersten Reihe, so wie wir es gerne mögen. Immer wieder fahren Ausflugs- und Fischerboote vorbei. Schwäne, Enten und Reiher tummeln sich am anderen Ufer und vor uns taucht immer wieder ein Kormoran.
Dieses „Lauwersmeer“ wurde mit einem 7 km langen Damm vom Meer getrennt; einzige Verbindung ist nun eine Schleuse.
Auf der Meeresseite des Dammes befindet ein Hafen für die Küstenschifffahrt und die Anlegestellen für Fährschiffe nach Schirmonnikog; einer der vorgelagerten Waddeneilandn -- eine autofreie Insel mit ca.1000 Bewohnern.
Wir wollen eigentlich nur schauen, ob wir irgendwo Brot bekommen, aber außer mehreren, gut besuchten Restaurants und einem großen, doppelstöckigen Parkplatz, finden wir nichts.
Auch einen Fischladen, vor dem in einem Holzfass Aale geräuchert werden. Einen kleinen „Tante-Emma-Laden gibt es leider nicht!
So stapfen wir eben durch Wind und Regenschauer wieder zurück in unsere warme Stube.
Nach dem Regentag erleben wir eine herrliche Abendstimmung.
Der "schwarze Hahn"
De zwarte Haan, ein Restaurant direkt am Damm.
Außer seinem eigenen Parkplatz gibt es hier noch zwei Wiesenflächen, die als PP für Autos und Busse gekennzeichnet sind, wo Mobile aber auch übernachten können.
Wir getrauen uns, nach den vergangenen Tagen mit den reichlichen Niederschlägen, hinein; andere prüfen die Bodenfestigkeit vorher genau. Die Wiese ist mit Bäumen „eingezäunt“ und jetzt wissen wir, warum auch die Häuser niedrig sind und sich unter Bäume „hineinkuscheln“, denn wir können das Fußballspiel Belgien gegen Ungarn bei starkem Wind anschauen, ohne dass unsere Schüssel
wackelt.
gut geschützt
Auf der Zufahrt sehen wir wenige Häuser, fast nur Getreide und Kartoffeläcker. Man hat uns erzählt, das hier kleine „Saatkartoffeln“ produziert werden und dazu wird kurz nach der Blüte das Grünzeug abgemäht.
weiße und
violett blühende Kartoffelpflanzen
Bevor wir den Deich (Damm) erklimmen, interessieren uns die Erklärungen zu diesem gewaltigen "Bauwerk" um den Gewalten der Nordsee zu trotzen.
Der Damm wurde mit solchen schwarzen Steinen errichtet, woher diese kommen, haben wir nicht eruieren können, da es in Holland keine Basaltsteine gibt ????
perfekte Rasenmäher
Es ist unser erster Blick hinaus ins Waddenmeer.
Tausende Seeschwalben, hunderte Graugänse und einige Flamingos sind auf Futtersuche — und weit draußen erkennt man die vorgelagerten Inseln.
Flamingos in der Nordsee
Den bringt nichts aus der Ruhe
Friesland ist für uns ein tolles Wohnmobilland
Wir wollen Friesland noch nicht verlassen, also machen wir noch einen kleinen Umweg nach Süden. Immer wieder begleiten uns Kanäle; einmal nur kleine Wassergräben zum Entwässern der Felder, und dann wieder schiffbare. Manchmal sehen wir die Segel von Schiffen in einiger Entfernung „durch die Felder fahren“; so schaut es jedenfalls für uns aus, wenn wir die Wasserwege in der Ebene nicht erkennen. Aber es kommt
n o c h kurioser.
Wir gelangen zu drei Unterführungen, welche mit „Akwa-Duct angeschrieben sind; es geht nur kurz hinunter und wieder hinauf. Was da los ist, begreifen wir erst beim zweiten Hinunterfahren, weil wir da ein Segel oben drüber fahren sehen! Da werden doch tatsächlich die Autos unter den betonierten Trögen der Kanäle durchgeführt. Leider gelingt in der Eile des Begreifens kein Foto.
In Sloten müssen wir bei der Schleuse warten, denn einige Boote bekommen Vorfahrt. Obwohl wir dieses Szenario schon etliche Male erlebt haben, schauen wir immer wieder gerne zu, wenn sich die Strasse vor uns hebt.
Heute ist Sonntag und wir finden wieder einen Platz in einem Gästehafen, mit allem Drum und Dran.
Unsere Aussicht auf die "Wohnmobile des Wassers".
Sie sind hier unsere Nachbarn und vis a vis von unserem Rasenplatz finden sie ein Plätzchen im Hafenbecken. Eigentlich verbringen sie ihre Freizeit so wie wir. Ihr mobiles Zuhause wird liebevoll mit Ziergegenständen und netten Fensterbekleidungen geschmückt.
Fensterschmuck
die friesische Fahne
Holzschuhe, vom Hausherren ordentlich aufgeräumt
Heute zeigt sich die Sonne von ihrer schönsten Seite und wir spazieren durch das kleine, verträumte Sloten mit seinen alten Backsteinhäusern; natürlich führt auch ein Kanal hindurch.
Schöne, alte Häuser
wieder einmal eine Windmühle
alle fühlen sich hier wohl
ausser mein Christian
Wir gehen durch die „Geschäftsstraße“
Metzgerei
und entdecken eine Bäckerei ... hier werden wir morgen
unser Brot holen.
In der Mini Bäckerei frage ich nach Roggenbrot und wir bekommen so ein riesiges Kasten-Vollkornbrot, aber federleicht; es fühlt sich nicht nur an wie Schaumstoff; es schmeckt auch so!
Wir fahren an die Küste des Ijsselmeeres und benützen streckenweise die Straße zwischen Damm und Kanal.
In Hindeloppen
machen wir nicht ganz freiwillig (ich habe vergessen, den Ort rechtzeitig aus dem Navi zu löschen, deshalb führt uns unser „Joggl“ in die „Stadtmitte“) mit dem Womo eine Ortsbesichtigung. Ein netter, gepflegter Ort, wie eigentlich alle, die wir bisher gesehen haben, doch unser Womo „schlieft“ gerade noch durch. Und schon wieder habe ich keine Fotos gemacht, denn den „Seitenabstand im Auge zu halten“, ist eine Vollbeschäftigung!
In der Bauernkäserei "De Nylander"
Koordinaten: 52°57.418' / 05°25.763'
verkosten und kaufen wir verschiedene Käsesorten, darunter auch den Bröckelkäse mit den kleinen Salzkristallen und ein Stück hervorragenden Schafskäse.
Apropos Schaf: auf unserer Reise sehen wir eine Unmenge, gut genährter Schafe auf den Wiesen, doch Lammfleisch können wir nirgends kaufen. Auch der Käsebauer kann es uns nicht erklären; hier ißt man einfach kein Lamm! — Was machen die Niederländer mit den vielen Schafen, fragen wir uns.
Im " Yachthaven Bouwsma" beenden wir den Tag.
Koordinaten: 52°58'57.5" / 5°27'18.9"
Wir sitzen vor unserem Womo mit Blick auf die vielen Segelmasten in der Sonne, da fährt ein Radfahrer vorbei und grüßt uns, als wenn er uns kennen würde. Auch ich winkte ihm zu und am Rückweg kommt er zu uns. Es ist wieder ein Österreichfan und erzählt, wie oft und wo er bei uns schon überall war. Das passiert uns auf unsere Reise beinahe täglich … endlich einmal ein Land, wo man Österreich gut kennt und mag, eine ganz neue Erfahrung für uns.
Wir kehren Friesland den Rücken
Heute schreiben wir den 5. Juli und wir verlassen Friesland mit seinen sympathischen Bewohnern und den zweisprachigen Ortstafeln
und fahren bei starkem Wind über den, etwa 36 km langen, künstlichen Damm, den Afsluitdijk, welcher 1932 die gezeitenabhängige Zuidersee geteilt hat; dadurch ist dieser eigenständige, riesige Süsswassersee, genannt Ijsselmeer entstanden.
In etwa 6 Kilometern Entfernung vom Westufer ist ein Denkmal mit Aussichtsturm und Informationen über die Entstehung dieses grandiosen Wasserbau-Werkes.
links die Zuidersee, rechts das Ijsselmeer mit Süsswasser
der Blick Richtung Westen
Wasserbauingeneur Cornelis Lely
Damm Arbeiter: KNOCHENARBEIT
Inschrift auf dem Reliefdenkmal:
EIN VOLK DAS LEBT, BAUT AN SEINER ZUKUNFT
E



















































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