Sonntag, 24. Juli 2016

5. Nordholland ... Hoorn, - Monnikendam und Amsterdam ..


Hoorn, ein Ort der Geschichte schrieb

Nach zwei angenehmen Tagen auf der Tulpenfarm wollen wir weiter in Richtung Amsterdam; vorher jedoch machen wir einen Stop in dem netten Städtchen Hoorn, zumal dieses einen ortsnahen Womo Stellplatz im Yachthafen anbietet. Die Zufahrt dazu ist nicht ganz einfach zu finden; wir sehen drinnen die Wohnmobile stehen, doch alle Tore sind geschlossen. Schließlich finden wir das richtige, läuten, und es wird uns ohne Kommentar geöffnet.


Hellauf begeistert sind wir von den Gässchen mit den „typisch-holländischen“ Häuserzeilen, auch wenn ihre Front fast  umzufallen droht


an den Türangeln kann man das am besten sehen.

Der einstige Reichtum dieser Stadt ist noch deutlich sichtbar,
der "Rode Steen Platz,

und das prachtvolle Haus des Rates von Westfriesland sind Zeugen des goldenen Jahrhunderts. Mitten auf dem Platz steht das Denkmal von

ein grosser Sohn von Hoorn (1587 - 1629) der die niederländische Kolonialherrschaft in Ostindien gründete; er eroberte 1619 Jakarta und war Generalgouverneur für Asien, der vereinigten ostindischen Compagnie; ein skrupelloser Mann, der die Ausbeutung der asiatischen Völker vorantrieb, welche für Hungerlöhne in der Gewürzproduktion arbeiten mussten und dadurch Holland zu Reichtum verhalfen. 


Der Seefahrer Willem Schouten (1580 - 1625) umsegelte Amerikas Südspitze und benannte sie nach seiner Heimatstadt "KAP HOORN".


Das Innere der "Grote Kerk", wurde als Kaufhaus umfunktioniert, 

doch auch das scheint bereits wieder der Vergangenheit anzugehören, denn wir haben keinen Eingang dazu gefunden.


Wir gehen zum historische Hafen, wo alte Schiffe einmal die Hauptrolle spielten und heute nur noch Zeugen einer großen Vergangenheit sind. Seit dem Bau des Afsluitdijk's ist ja der Zugang zum offenen Meer nicht mehr möglich.

Der Wohlstand der Stadt mit ihren weltweiten Handelsbeziehungen ist auch im Hafengebiet noch zu sehen. 

 der Zugang wird von "Hoofdtoren" seit der Blütezeit im 16. JH bewacht, 
hier hat sich jetzt ein Restaurant einquadiert. 

Edle Schiffe mit adeligen Namen


Wir verlängern, weil am Freitag Wochenmarkt ist. Viel Kaas wird angeboten, ein Sattelaufleger mit Artikeln nur für Hund und Katz, doch auch alles andere kommt nicht zu kurz.




 Für den Rückweg nehmen wir teils Seitenstraßen; dabei finden wir einen „Supermarkt“ -- einen Laden, wo  hauptsächlich „anders-rassige-Holländer“ einkaufen und finden hier das langgesuchte Lammfleisch; gleich für 3 Mahlzeiten nimmt meine Evi mit! 


Jetzt hätte ich es bald vergessen ......

diese Tafel ist uns ins Auge gestochen, wäre auch etwas für unsere Spielplätze daheim.




In Monnikendam
kommen wir gerade recht, denn in diesem ehemaligen Fischerdorf wir heute gefeiert. Wir haben im Jachthafen unser "Lager" aufgeschlagen. Bei uns gibt es heute ein Lammbratl; durch unser Fenster weht allerdings frischer Räucher-Fisch-Duft herein. Das ist "Urlaubsfeeling" pur.

Am Nachmittag werfen wir uns in die feiernde Menge; da ist was los,
Auf Gehsteigen, Brücken und den  Booten wird gefeiert,

ein ständiges Kommen und gehen,

versteckt hinter Schiffen unser Wohnmobil,


nur an wenigen Stellen wird professionell "ausgeschenkt", meist sind es private Gruppen, welche mit einigen Kisten mit Getränken und mit unterschiedlichen, "self made" Räuchergerät feiern.

ein "Seebär"gehört auch hierher

der Kanal wird zum Festtagsplatz.


Was wird eigentlich gefeiert?? 
Es ist das Fest "Hareng ....", also für uns ein Heringsfest. Erst später erfahren wir, dass es sich um ein jährliches Fest und Treffen von einst hier gebauten Booten mit dem Namen "Hareng ...." handelt. Für die Eigner dieser historischen, und liebevoll restaurierten und gepflegten Schiffe, wird hier jährlich eine Regatta veranstaltet uns dies endet mit  einem "kleinen" Volksfest.  

Hier ein kleines Life -Video 
Das Anlanden und Verkaufen, aber auch das Weiterverarbeiten wie salzen und trocknen, dasVeredeln räuchern von gefangenen Fischen, hat hier eine lange Tradition. Im Gegenteil: was heute nur noch anlässlich des Festes stattfindet, war früher in jedem Haus Alltag. Wenn heutzutage begüterte Amsterdamer Bürger ein solch schmuckes Häuschen mit Anlegersteg für ihr Boot erwerben, so haben sie oft ein Problem mit dem Fisch- und Räuchergeruch, der in allen Ritzen und Poren des alten Hauses festsitzt. Niemals werden sie ihn los werden. 
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Amsterdam ---- Venedig des Nordens

hier nur eine Grachten-Rundfahrt machen zu wollen, ist wirklich zu wenig! Die, im Mittelalter weit um als tolerant bekannten Holländer, veranlassten seinerzeit viele Juden aus Osteuropa und Portugal, aber auch sonstige, wegen ihres katholischen Glaubens verfolgte Europäer, sich hier nieder zu lassen. Nicht zufällig entstand hier das Zentrum für den Diamantenhandel und deren Bearbeitung.



Wir fahren auf den Womo Stellplatz "City Camp



Er ist ideal, um die Stadt zu besichtigen. In 10 Minuten ist man bei der Fähre, welche Fussgänger und Radfahrer im Halbstundentakt kostenlos zur Central Station bringt.


Am Ankunftstag nützen wir gleich das Angebot und fahren hinüber. Wir wollen uns schlau machen, wie wir morgen die Stadt erkunden. Sofort fallen uns die Unmengen an Fahrrädern auf, die hier übereinander abgestellt werden. 



Es ist kein Wunder, dass Radfahrer in den Niederlanden überall Vorrang haben. Allerdings sind extra Wege oder durch farbigen Asphalt kenntlich-gemachte Fahrstreifen, die nur für Radfahrer, Mopeds und Roller bestimmt sind. Auf der Fahrbahn haben sie nichts verloren. So etwas wäre auch bei uns sinnvoll; außerdem gibt es hier kaum sportlich-schnelles Radfahren  --  vom Kind bis zur Oma fahren alle ... Sturzhelme sieht man kaum. 
Fahrräder, welche nicht ordnungsgemäß an dazu bestimmten Plätzen abgestellt werden, also in der Eile nur irgendwo angekettet werden, sind bis zur abendlichen Wiederkehr bestimmt von der Stadt entfernt worden und müssen ausgelöst werden. 

Übrigens: in Amsterdam werden jährlich etwa 6 000 Fahrrad-Diebstähle zur Anzeige gebracht!


Zwei tunnelartige Passagen führen unter dem Bahnhofsgebäude durch und sind von der imposanten Ansicht des mächtigen Baues, von der Stadtseite her, ganz fasziniert.


Die Entstehung und Namensgebung der Stadt rührt auf die Besiedelung der schlammigen Ufersteige und einen damals geschaffenen Damm an der Amste.
Der Bahnhof befindet sich auf einer ehemaligen Insel. Der gesamte  Boden der Stadt ist morastig und um darauf bauen zu können, trieb man 9 000 Eichenpfählen bis in die darunter liegende, festere Sandschicht um die Standfestigkeit für den Bau zu erreichen.


Das frühere Rathaus wurde in napoleonischer Zeit Königspalast und steht auf 13 000 Pfählen.
In der "Post" haben sich viele Shops eingemietet und so wurde daraus ein Einkaufscenter. 

Natürlich machen wir einen Abstecher ins Innere,


Fototermin mit einem  Glückselefanten 

flüssige Drogen. 
Wir nehmen uns Prospekte mit, um uns für die morgige Besichtigungstour zu informieren. 

Ein Tag mit Bus und Booten durch Amsterdam

Am nächsten Tag fahren mit der Fähre zeitig in die Stadt und kaufen uns das Kombi-Paket von Bus- und Bootsrundfahrten: zwei Tickets mit insgesamt 23 Stopps um 28 € pro Person; geltend für 24 Stunden, hop on, hop off.

Selbstverständlich mit deutschem Audioguide.

Wer länger in der herrlichen Stadt verweilen und die unzähligen Museen besichtigen möchte, sollte vielleicht die Amsterdam - City Card kaufen.

Zuerst fahren wir mit dem Boot durch die Grachten und sind überwältigt von den historischen Prunkbauten und deren Hintergrung-Geschichte. 



Rechsmuseum

Das alte chinesische Restaurant gegenüber der China Town erinnert an den Sea-Palace in Hongkong.

Alte "Ziegelhäuser" 

mit, nach französischem Vorbild, verziertem Dachgeschoss

Hausboote an der Amster, deren Liegeplatz sehr teuer ist


Fast alle Dachgiebel haben einen Tragebalken zum Auf- und Abseilen von schweren und sperrigen Einrichtungsgegenständen.  Wer oft übersiedelt, wie angeblich die Studenten, weiß das zu schätzen. --  Damit dabei Beschädigungen möglichst vermieden werden, ist die Fassade leicht nach vorne geneigt. 

Menschenschlangen warten auf den Einlass ins Anne Frank Haus.

Nach der zwei-ein-halb-stündigen Grachtenrundfahrt und der Stock-Bus-Sightseeing-tour machen wir eine Pause. Ein grosses und kleines Bier kostet hier 11,70 €(im Laden immerhin noch 2,50 pro 1/2-Liter-Dose); anschliessend gibt es ein Stanitzel voll pommes frites mit Ketchup und Mayonnaise.




Gestärkt warten wir auf unser nächstes Boot, um Amsterdam auf wieder anderen Wegen und Perspektiven zu geniessen. 

mit uns noch einige andere

wie diese kleine Maus,




Amsterdam kann auch extravagante Häuser vorzeigen

Ein Schiff??
begehbar ... Nemo science!

Die "Amsterdam", dieses auf der Jungfernfahrt gesunkene Segelschiff wurde von Studenten nachgebaut,

"EYE" Filminstitut und Aussichtsturm 

auch das "typische" Holland hat seinen Platz in der quirligen Stadt


Heinecken, die älteste Brauerei in Amsterdam, heute ein Art Museum; früher wurde Bier aus Deutschland importiert und weil die Trinkwasserqualität seinerzeit so schlecht war, gab man auch Kindern verdünntes Bier als Getränk. Durch Kriegswirren wurde der Import sehr erschwert, wodurch man damals selber zu brauen begann. 

Zum Abschluß machen wir einen Spaziergang durch das " Vergnügungsviertel" hauptsächlich für Männer, gleich hinter der "Oude  Kerk". 

Details fotografieren ist hier nicht erwünscht

Wir verabschieden uns von Amsterdam, der Weltstadt mit dem sympathischen Flair .




































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